Theater Kritiken

Zehn Kurzstücke für acht Stunden


MP
Lexikon | aus FALTER 40/16 vom 05.10.2016

Da der enge, abgefuckte Ragnarhof geschlossen hat, musste das Kurztheaterfestival "Mimamusch" zur Feier seines zehnten Geburtstags ins weitläufige, deutlich hippere F23 ziehen. Man lockt das Publikum mit Taxigutscheinen und Bands an den Stadtrand, während die (heuer nur zehn) performenden Gruppen sich auf dem riesigen Areal fast verlieren. Statt schmutzigem Gürtel-Charme, mit dem sich die Künstler ans Publikum anbiedern müssen, gibt es Pulled-Pork-Stände, Radio-Superfly-Aufsteller und nach jeder Kurzshow den Spendenhut. Acht Stunden pro Abend hat man Zeit, sich alles zu Gemüte zu führen: konzertante Vampirinnen, gemächliche Puppenspieler, futuristische Lebenslabore. Einen wundersamen Lichtblick bilden im Salzburger Land aufgewachsene isländische Zwillingsbrüder, die verlegen über ihr Leben erzählen und - ziemlich eingängig - singen.

F23.wir.fabriken, Fr, Sa 20.00 bis 4.00


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