"Wir Linken haben das Brexit-Referendum schon vor 30 Jahren verloren!"

Der britische Gewerkschafter Simon Dubbins über die Auswirkungen des Brexit und wieso die Gewerkschaft bis heute unter Margaret Thatcher leidet


INTERVIEW: NINA HORACZEK
Politik | aus FALTER 40/16 vom 05.10.2016

Jetzt wird es ernst. Vergangenes Wochenende verkündete die neue britische Premierministerin Theresa May ihren Fahrplan für den Ausstieg aus der EU. Bis Ende März 2017 möchte die konservative Politikerin den Antrag für einen Austritt in Brüssel einbringen. 2019 verlässt Großbritannien endgültig die Europäische Union.

Simon Dubbins war Proponent des "Remain"-Lagers, das sich für einen Verbleib in der EU aussprach und das Referendum vergangenen Juni verlor. Der Gewerkschafter ist Direktor der Internationalen Abteilung von Unite the Union, mit etwas mehr als 1,4 Millionen Mitgliedern die größte Gewerkschaft im Vereinigten Königreich und in Irland. Mit dem Falter sprach Dubbins über die Auswirkungen des EU-Austritts auf die britischen Arbeitnehmer und das Versagen der Linken.

Falter: Was bedeutet das Brexit-Votum für die britische Bevölkerung?

Simon Dubbins: Es ist noch zu früh, um die tatsächlichen Auswirkungen absehen zu können. In der britischen Wirtschaft spüren wir aber

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