Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 40/16 vom 05.10.2016

Armin Thurnher ist nicht da, er hat ein neues Buch geschrieben. In der Redaktion war das Vorhaben seit Monaten bekannt, der Chef hatte sich nach der Bundespräsidentenwahl auf Schreibklausur begeben, bunkerte sich zu Hause ein und war kaum erreichbar.

Als er plötzlich wieder in der Redaktion erschien, hielt er Druckfahnen in seinen Händen. Schlug man in den folgenden Redaktionssitzungen ein Thema vor, dann sagte Thurnher Sätze wie: "Warte, dazu hab ich etwas in meinem neuen Buch geschrieben, das musst du lesen!" Er kam mit einem Bogen Farbausdrucken vorbei und drückte sie einem mit stolzem Lächeln in die Hand. Was das bedeutet, kann man nur ermessen, wenn man weiß, dass im Falter sonst nie etwas in Farbe ausgedruckt wird.

Irgendwann türmten sich große Kartonschachteln auf dem Tisch von Portier Josef Egger. Die ersten gedruckten Bücher. Der Chef eilte herbei, entnahm daraus genüsslich druckfrische Exemplare, streckte sie den Angestellten unter die Nase, ließ dabei den Daumen über die Seiten rauschen und sagte: "Riech einmal!" - "Riecht super!", antworteten die Angestellten. Wir hängen sehr an unserem Arbeitsplatz.

Jetzt ist Thurnher wieder nicht da. Lesereise durch Österreich. Aus seinem Essayband "Ach, Österreich! Europäische Lektionen aus der Alpenrepublik" (Zsolnay) liest er demnächst in Feldkirch, Klagenfurt, Graz, Mödling, Baden und Wien. Sie können dort sein Buch kaufen. Wir in der Redaktion haben schon alle eines. Thurnher hat es uns, ohne zu fragen, verkauft und signiert.


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