Lesen Sie das, Herr Bundeskanzler!

Didier Eribon weiß, wie aus den französischen Arbeitern frustrierte Rechtswähler wurden - und wie man sie zurückgewinnen kann

Politik | REZENSION: NORBERT MAPPES-NIEDIEK | aus FALTER 40/16 vom 05.10.2016

Nach dem Tod seines Vaters, eines "dummen und gewalttätigen Mannes", kehrt Didier Eribon nach langen Jahren zum ersten Mal zurück nach Reims, in die Stadt, in der er aufgewachsen ist. In den 1970er-Jahren, als der junge Arbeitersohn als Student nach Paris ging, hat er eine kommunistische Familie hinter sich gelassen. Jetzt wird hier rechts gewählt. Mindestens einmal hat sie dem Front National ihre Stimme gegeben, gibt die Mutter verschämt zu, und seine beiden jüngeren Brüder sind rechte Stammwähler. Früher, erinnert sich Eribon, haben Vater und Mutter stets böse Verwünschungen ausgestoßen, wenn sich eine Figur der Rechten auf der Mattscheibe zeigte. Was ist da geschehen?

Jetzt, da auch Deutschland seine Rechtspartei hat und ihr Pendant in Österreich auf dem Sprung an die Macht ist, kommt die deutsche Übersetzung des Buches gerade zur rechten Zeit. In Frankreich -wie in Österreich -bekommen die Rechten in den Arbeiterbezirken die meisten Stimmen. Was hat die Linke falsch gemacht?


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige