TEIL III: ULRIKE DIEBOLD

"Ermächtigt euch der Welt durch eure Intelligenz!"

Die Oberflächenphysikerin Ulrike Diebold über die Beziehung zur Privatwirtschaft, mühsame Stunden im Labor und warum "unnütze" Forschung oft die besten Ergebnisse bringe

Stadtleben | TUTORIUM: EVA KONZETT | aus FALTER 40/16 vom 05.10.2016

Ulrike Diebold kennt nur ein Tempo: volle Kraft voraus. Mit großen Schritten eilt sie durch die Gänge der Technischen Universität, erklärt, lacht. Und das alles gleichzeitig. Erst im Labor, wo gerade zwei Studenten Ergebnisse auswerten, atmet sie durch. "Ein schönes Gerät, nicht wahr?", sagt Diebold und zeigt auf das silberne Rastertunnelmikroskop in der Mitte des Zimmers, das einem Raumschiff aus Kindertagen gleicht. Das hochmoderne Messinstrument hat sie vom Preisgeld des Wittgenstein-Preises gekauft.

Falter: Frau Professor Diebold, Sie sind Physikerin und Trägerin des Wittgenstein-Preises, der bedeutendsten wissenschaftlichen Auszeichnung Österreichs. Besonders hervorgehoben wird immer, dass sie das als Frau geschafft haben. Wurmt Sie die Rolle als Vorzeigenaturwissenschaftlerin der Nation?

Ulrike Diebold: Ich lebe damit. Es wäre mir lieber, wenn es selbstverständlicher wäre und nicht extra herausgestrichen werden müsste. Weil wir aber leider noch nicht so weit sind, übernehme


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