Film Neu im Kino

Tim Burtons stylisher Monstergrusel

Lexikon | SABINA ZEITHAMMER | aus FALTER 40/16 vom 05.10.2016

Als Bub war Jake von den Geschichten seines Großvaters fasziniert. Er habe auf einer walisischen Insel in einem Heim voller Kinder mit außergewöhnlichen Fähigkeiten gelebt, erzählte Abe. Dass es in Wahrheit die Nazis waren, vor denen sein Opa sich versteckte, erfuhr Jake erst viel später. Mittlerweile ein etwas trostloser 15-Jähriger, muss er eines Nachts den Tod seines Großvaters miterleben. Geschockt macht er sich zu der Insel auf - und entdeckt dort tatsächlich eine Parallelwelt.

Ramsom Riggs' Fantasybuch "Miss Peregrine's Home for Peculiar Children" (2011) zu verfilmen, scheint wie die sprichwörtliche Faust auf Tim Burtons Auge zu passen -wimmelt es darin doch von Seltsamkeiten. Die zwölf von Miss Peregrine (Eva Green) betreuten Kinder, die in einer Zeitschleife den immer gleichen Tag des Jahres 1943 erleben, haben kuriose Fähigkeiten: Ist es außergewöhnlich praktisch, Feuer erzeugen oder Pflanzen wachsen lassen zu können, sind Bienen im Körper oder die Gabe, Unbelebtes und Totes für kurze Zeit zu erwecken, einfach außergewöhnlich. Im Kampf gegen die Monster, die Jake gefolgt sind, werden jedoch alle Eigenschaften von Nutzen sein.

Auf diesen Kampf läuft im 3-D-Werk "Die Insel der besonderen Kinder" alles hinaus, was die Handlung - eine zwar von Skurrilitäten umrankte, aber klassische Heldengeschichte - leider gar nicht so besonders besonders macht. Wie das Buch glänzt der Film aber mit seinen optischen Details: Der lustvoll ausgestreute Grusel quillt nicht nur aus den Mäulern der augäpfelverschlingenden Monster, sonder kriecht über das Interieur und selbst in Miss Peregrines Lächeln hinein. Und mit einer großartig burtonesken Stop-Motion-Sequenz können auch die gelungensten CGI-Effekte nicht mithalten.

Ab Fr im Kino (OF-3D im Artis und Village)


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