Wie hoch ist das Bruttonationalglück?

Mit Feingefühl und Kunstfertigkeit schreibt Anna Weidenholzer über Freuden und Sorgen der Menschen von Nebenan

FEATURE: SEBASTIAN FASTHUBER | Feuilleton | aus FALTER 40/16 vom 05.10.2016

Wir dürfen nicht aufhören, Fragen zu stellen, und wir müssen viele sein." In Wahrheit ist Karl, Anfang 60 und pensionierter Lehrer, in einer einsamen Mission unterwegs. Er will die Lebenszufriedenheit der Österreicher erforschen. Nachdem er im Fernsehen eine Dokumentation über das buddhistische Königreich Bhutan gesehen hatte, in dem neben der Wirtschaft auch der Mensch zählt und eine eigene Kommission das Bruttonationalglück der Bevölkerung ermittelt, fasste er den Plan, hierzulande eine ähnliche Bestandsaufnahme zu machen.

Überstürzt brach er eines Tages auf, ohne seiner Frau Margit etwas davon zu sagen. Karl will "herausfinden, woher diese Unzufriedenheit kommt, diese Angst, die manche in die falsche Richtung treibt". Es geht ihm nicht so sehr um das individuelle Glück oder Unglück, sondern um die allgemeine (Un-)Zufriedenheit im Land. Er steigt dafür in einem verschlafenen Ort am Rand eines Wintersportgebiets ab. Die Touristen werden von Jahr zu Jahr weniger, weil die

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