7 Sachen, die Sie über das Café Griensteidl nicht wussten

Stadtleben | aus FALTER 40/16 vom 05.10.2016

Schließt mit dem Griensteidl schon wieder ein Kaffeehaus mit langer Tradition?

Ja und nein. Das heutige Griensteidl gibt es in dieser Form erst seit 1990.

Und davor?

Bis 1897 existierte im barocken Palais Dietrichstein-Herberstein das "echte" Griensteidl, auch "Cafe Grössenwahn" genannt. Es war ein beliebter Literatentreffpunkt.

Wer ist denn dort hingegangen?

Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal und Karl Kraus zum Beispiel. Kraus schrieb 1896: "bald wird ein respectloser Spaten auch das ehrwürdige Café Griensteidl dem Boden gleichgemacht haben." Bei der Abschiedsfeier für das alte Griensteidl soll Kraus übrigens Watschen von Felix Salten kassiert haben.

Warum das denn?

Salten erkannte sich in Kraus Essay "Die demolirte Literatur" wieder. Darin beschreibt Kraus höchst süffisant die Literatenszene im Griensteidl. Warum wurde es damals geschlossen? Das Haus am Michaelerplatz wurde abgerissen.

Und warum soll es jetzt geschlossen werden?

Der Hauseigentümer hat andere Vorstellungen von der Höhe der Miete als der Kaffeehausbetreiber Do & Co, die Gespräche laufen noch.

Das gehört dem Do & Co?

Ja. Das Cateringunternehmen hat das Kaffeehaus gemeinsam mit dem Demel 2002 von der Raiffeisengruppe übernommen.


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