Kommentar Birnbacher-Prozess

Das System Haider und die Verantwortung von Harald Dobernig

Falter & Meinung | JOSEF REDL | aus FALTER 40/16 vom 05.10.2016

Harald Dobernig war ein junger Mann von Mitte 20, als er 2005 Büroleiter des Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider wurde. Freitag vergangener Woche, also etwas mehr als zehn Jahre später, legte er ein Geständnis ab.

In Klagenfurt wurde das überhöhte Honorar des Steuerberaters Dietrich Birnbacher verhandelt. Birnbacher hatte auf Wunsch von Jörg Haider und auf Rechnung der Kärntner Landesholding ein Gutachten rund um den Verkauf der Hypo Alpe Adria angefertigt. Wie Birnbacher in einem früheren Prozess gestanden hatte, sollte ein Teil seines Sechs-Millionen-Honorars in die Parteikassen von ÖVP und BZÖ fließen. Ursprünglich hatte Birnbacher sogar zwölf Millionen verlangt. Das sorgte dann aber sogar im skandalresistenten Kärnten für Unmut. Dass Birnbacher nur sechs Millionen (laut Sachverständigen das 30-Fache dessen, was das Gutachten wert war) erhielt, verkaufte Haider der Öffentlichkeit als "Patriotenrabatt".

Von der Parteienfinanzierung will Harald Dobernig nichts gewusst


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