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Politik | aus FALTER 40/16 vom 05.10.2016

Alles über Berg-Karabach

Der Konflikt zwischen Armeniern und Aserbaidschanern um Berg-Karabach war einer der blutigsten in der zerfallenden Sowjetunion. Russlands neoimperiale Strategie der schwelenden Konflikte hält ihn bis heute wach: Schon Peter der Große hatte Armenier animiert, in die Region umzusiedeln und so eine Art christliches Bollwerk an den Reichsgrenzen zu bilden.

Der Gießener Turkologe Michael Reinhard Heß, in einer Vielzahl von Sprachen zu Hause, wertet souverän die Quellen des von mehreren Seiten geschichtspolitisch vereinnahmten Konfliktes aus, widerlegt eine Reihe ideologisch motivierter Legenden, legt die Rolle idealistischer Freischärler und kalter Machttaktiker dar.

Heß führt uns vor Augen, dass Berg-Karabach heute gleichsam überall ist und eine moderne Geschichtsschreibung militärische, erinnerungspolitische, ideologische, geostrategische, biografische Faktoren zu einem Bild der Sache vereinen muss: Ein ewig unfertiges, regionales politisches Gebilde im Spannungsfeld


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