Die Fahrradküche für Selbermacher

In der "Refugee Bike Kitchen" kann man sein Fahrrad mit Flüchtlingen günstig reparieren

Stadtleben | WERKSTATTBESUCH & FOTOS: NINA HORACZEK | aus FALTER 40/16 vom 05.10.2016

Ffffft" strömt die Luft aus dem dünnen Schlauch. Im Pavillon X im Geriatriezentrum am Wienerwald in Hietzing pumpen Flüchtlinge Luft in Fahrradreifen. In der holzvertäfelten Werkstatt gleich daneben wuchtet ein Herr aus Afghanistan einen Achter aus einem Rad. An der Wand hängt allerlei Fahrradspezialwerkzeug sorgfältig beschriftet: Kettennieter, Kurbelabzieher, Hakenschlüssel, Kettenpeitsche.

Wer sein Fahrrad noch schnell und günstig winterfest machen oder vor dem Einmotten herrichten und ölen möchte, um im Frühling ohne Probleme losradeln zu können, der ist in der "Refugee Bike Kitchen" bestens aufgehoben.

In dieser Selbsthilfewerkstatt können Radler um einen Benutzungsbeitrag von vier Euro sämtliche Fahrradreparaturen durchführen. Eine Anmeldung ist nicht notwendig, Ersatzteile wie Schläuche, Lämpchen, Bremsbacken oder Ähnliches gibt es zum Selbstkostenpreis. Die Hilfe der Fahrradreparaturprofis aus Syrien, dem Irak, Afghanistan oder Somalia gibt es kostenlos dazu.

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