Neue Platten

Pop

Feuilleton | aus FALTER 41/16 vom 12.10.2016

Bon Iver: 22, A Million

Der US-Musiker Justin Vernon alias Bon Iver wurde mit dem weidwunden Folkalbum "For Emma, Forever Ago"(2008) bekannt. Leiden steht auch im Zentrum seines dritten Werks, doch hat er nun - Kollaborationen u.a. mit Kanye West deuteten schon darauf hin - zu einer völlig anderen Form gefunden, Gefühle in Musik zu übersetzen. Vernon lässt seine Songs elektronisch zerfließen und seinen Gesang durch diverse stimmverzerrende Gerätschaften entfremden. Einsame Spirituals für das 21. Jahrhundert, groß. (Jagjaguwar) SF

Lokal

Worried Man & Worried Boy: Ruhig bleiben

Herbert Janata gehörte mit der Worried Men Skiffle Group zu den Wiener Dialektpop-Pionieren, sein Sohn Sebastian arbeitet als Schlagzeuger von Ja, Panik an einem jüngeren Kapitel österreichischer Popgeschichte. Gemeinsam sind sie Worried Man & Worried Boy. Kleidete diese lässige Familien-Musik-Unternehmung auf dem Debüt vorwiegend noch ältere Lieder des Herrn Papa in ein neues Kleid, präsentieren sie nun zehn neue Songs voll Schmäh und Unangepasstheit. (Problembär) GS Live: Theater am Spittelberg, 22.10., 19.30 Uhr

Klassik

Fazil Say: Mozart - Complete Piano Sonatas

Um Mozarts Musik gerecht zu werden, muss man sie mit dem Körper und dem ganzen Wesen verinnerlichen, erklärt Fazil Say im Einleitungstext zu seiner Gesamtaufnahme der Klaviersonaten. Nur wenigen gelingt es, Mozart so natürlich und empfindsam zu spielen, mit Intelligenz und Esprit, zwischen jugendlichem Übermut und pianistischer Reife. Fazil Say lebt und atmet jede einzelne dieser 375 Minuten, dazu kommt die grandiose Akustik im Großen Saal des Mozarteums Salzburg. (Warner) MDA

Live: Konzerthaus, 2.11., 19.30


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