Jelinek und der Falter. Eine Liebesgeschichte

Nach 40 Jahren hat man einander immer noch etwas zu sagen, wie auf diesen Seiten klar wird

Feuilleton | aus FALTER 41/16 vom 12.10.2016

Elfriede Jelinek und der Falter, das ist eine Liebesgeschichte. Auf Liebhaberseite wechselte mitunter das Personal, also fehlte es nicht an Wechselfällen. In den 1970er- und 80er-Jahren war Elfriede Jelinek so etwas wie ein literarisches Girlie avant la lettre, wobei die girliehaften Züge (Glanz der Erscheinung, Frechheit, Spitzzüngigkeit und Mitgliedschaft bei der KPÖ) überwogen. Vom Girlie unterschied sie ihr unübersehbarer literarischer Rang. Von ihren Ängsten und Problemen wussten die meisten nichts. Jahrzehnte später erzählte sie Gerald John im Falter, wie sie als Kind im St.-Anna-Kinderspital misshandelt wurde. Eher wusste man in den 1970ern, dass sie eine Zeitlang in einer von Wiens berühmteren Wohngemeinschaften gewohnt hatte.

Lebensform und -gefühl teilte sie also mit den vielen der Gründungsgeneration Falter, nahm man an. Sie war eine Leserin der ersten Stunde. Gelegentliche Texte von ihr wurden mit Freude genommen, gedruckt und für etwas Besonderes gehalten. Aber

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