Theater Kritiken

Nathan und der Nahostkonflikt

Lexikon | MARTIN LHOTZKY | aus FALTER 41/16 vom 12.10.2016

Mit "Nathan -Ein Ring ist ein Ring ist ein Ring", einer Überschreibung von Lessings Aufklärungsdrama, dem Thomas Richter in seiner Fassung den "Weisen" streicht und dafür einen Untertitel zumisst, geht das Tag in die neue Spielzeit. Die Ringparabel, also das Gleichnis über die "wahre Religion", die sich erst in der Menschlichkeit ihrer Anhänger erweisen kann, wird auf die Spitze getrieben: Was, wenn es keinen wahren Ring gäbe? Nathans Ziehtochter Recha wird zur Terroristin, der Tempelherr ist ein wankelmütiger Depp, Sultan Saladin kränkelt und Nathan kann bei alledem nur tatenlos zusehen. Schade, dass die Regie (Dora Schneider) den Schauspielern zu wenig vertraut, denn die deklamieren eher, als miteinander zu spielen. Die Rahmenhandlung um den "einen Ring"(hallo, Tolkien!) ist fast nur mehr Klamauk.

Tag, Fr, Sa 20.00


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