Kommentar Medien

Viktor Orbán und das ungarische Zeitungssterben

Falter & Meinung | Josef Redl | aus FALTER 41/16 vom 12.10.2016

Unabhängige, kritische Medien kann man in Ungarn an einer Hand abzählen. Seit dem vergangenen Wochenende braucht man dafür einen Finger weniger. Die Tageszeitung Népszabadság wurde vollkommen überraschend eingestellt. Für österreichische Verhältnisse war das Blatt in Umfang (unter der Woche 24 Seiten) und verkaufter Auflage (zuletzt rund 37.000 Stück) eher schmächtig. Das ehemalige sozialistische Staatsorgan hatte zwar in den vergangenen Jahrzehnten sowohl Leser als auch Relevanz eingebüßt, dennoch war Népszabadság die größte überregionale Tageszeitung in Ungarn.

Bis zum vergangenen Samstag, als die Redakteure vor den verschlossenen Türen des neuen Verlagsgebäudes standen. Die Homepage von Népszabadság enthält seitdem nur noch eine Meldung: die vom eigenen Ableben. Von einer "neuen Ära" berichtet der Mehrheitseigentümer von Népszabadság, eine Gesellschaft namens Mediaworks. Und von den anderen Zeitungstiteln der Gruppe, die nicht durch die Verluste von Népszabadság


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