Zeigen, was man nicht sieht

Liebende Frauen, reißende Bestien: Die große Cineastin Elfriede Jelinek schrieb auch Drehbücher und stand vor der Kamera

Hommage: Michael Omasta | Feuilleton | aus FALTER 41/16 vom 12.10.2016

The panther, it screams like a woman", sagt Irena, die den Schrei der gefährlich-schönen Kreatur aus dem nahe gelegenen Central Park Zoo bis in ihr Schlafzimmer hört. Irena, gespielt von der großartig filigranen Simone Simon, ist die Hauptfigur eines fantastischen Horrorfilms aus den frühen 1940ern, "Cat People" von Jacques Tourneur. Sie fürchtet den alten Fluch aus ihrer serbischen Heimat, der aus liebenden Frauen reißende Bestien macht. Der einzige Schutz, so will es die Legende, sei sexuelle Enthaltsamkeit; Irena glaubt fest an sie, wie auch ihr Mann bald nach der Hochzeit zu seinem Bedauern feststellen muss.

Vor zehn Jahren hat Elfriede Jelinek für das Wiener Filmfestival Viennale ein Programm mit sechs Filmen ausgesucht. Fassbinders erster Spielfilm "Liebe ist kälter als der Tod" war dabei, Ulrike Ottingers verunsicherndes "Bildnis einer Trinkerin" und natürlich "Vertigo" von Hitchcock, nach eigenem Bekunden überhaupt "immer" ihr Lieblingsfilm, und das gewiss nicht nur wegen

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