Das Geheimnis des Mistkübelbüros

Wiens Umweltstadträtin Ulli Sima mag keine Architektenwettbewerbe. Das ist der Grund: Eine Fachjury hat die Vision ihres Lebensgefährten - er ist Leiter der MA 48 - vereitelt: ein Bürohaus, das wie eine Mülltonne aussieht

Politik | Bericht: Florian Klenk | aus FALTER 41/16 vom 12.10.2016

Vor drei Wochen knöpfte sich Wiens SPÖ-Umweltstadträtin Ulli Sima in einem Falter-Interview die Wiener Architektenszene vor. Architektenwettbewerbe, erklärte Sima, seien unnötig, denn sie "verteuern die Baukosten und sind langwierig. Und dann haben wir möglicherweise eine Jury, die einen Entwurf präferiert, den wir gar nicht umsetzen wollen. Nein danke, da hab ich mir schon eine Meinung gebildet."

Noch etwas vertraute Sima dem Falter an: "Ich hatte das Erlebnis eines Wettbewerbs, wo wir als Bauherr von der Jury überstimmt wurden. Und das geht mir dann doch zu weit. Wir waren als Bauherr in der Minderheit. Wir haben das Projekt dann halt einfach nicht umgesetzt."

Simas offen zur Schau getragene Abneigung gegenüber dem Versuch, die Vergabe von Bauaufträgen an Architekten zu objektivieren, war erstaunlich. Die erzürnte Architektenkammer ließ Protestinserate schalten und staunte über so viel Chuzpe. Dass Wettbewerbe abgehalten werden, stehe ja nicht im Gutdünken der Bürokratie,


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