Nüchtern betrachtet

Geht doch bitte einfach alle rüber!

Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: faltershop.at/nuechtern

Feuilleton | aus FALTER 41/16 vom 12.10.2016

Mit dem zeitkritischen Genörgle wird 's einem auch nicht leicht gemacht. Einerseits geht einem die innovationsbesoffene Begeisterung auf den Wecker, mit der das jeweils jüngste Gadget begrüßt und so getan wird, als würde in der Welt, wie wir sie kannten, kein Stein auf dem anderen bleiben, bloß weil grad jemand einen Bubble-Tea-Stand aufgemacht oder ein Spiel für handgehaltene Gerätschaften erfunden hat, auf denen man Jagd auf japanische Fantasiewesen der Kindergartenkinder aus den 1990er-Jahren machen kann. Andererseits mag man sich auch nicht zu den eisgrauen Eckenstehern gesellen, die ihre Nikotinsucht als Entwurf eines gefährlichen Lebens schönreden und von der Jugend abwärts alles spießig und scheiße finden. Fragwürdig schließlich auch die Tendenz, jede kulturelle Errungenschaft, die jünger ist als Wirtshauskeilerei oder Schasanzünden, als Dekadenzerscheinung abzutun, weil das ja alles nicht "organisch gewachsen" ist und außerdem aus Amerika kommt. Von mir aus können


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