TEIL IV: MARIANNE KOHLER-SCHNEIDER

"Seid begeistert - und auch ein bisschen verrückt!"

Marianne Kohler-Schneider gelang fast Unmögliches: Sie etablierte die Archäobotanik an der BOKU Wien und beweist, dass Orchideenfächer wichtiger sind als ihr Ruf


Interview: Barbara Tóth
Stadtleben | aus FALTER 41/16 vom 12.10.2016

An der Boku wird umgebaut, das alte Kulturbeisl Tüwi gibt es nicht mehr und auch der Schaugarten der Archäobotanik ist eine Baustelle. Archäobotanik? Das klingt nach einem spleenigen Orchideenfach, aber es ist viel mehr. Marianne Kohler-Schneider ist eine absolute Koryphäe ihres Faches. Sie beforscht die Siedlungsgeschichte des Weinviertels, eine der ältesten Kulturregionen Österreichs.

Falter: Frau Professor Kohler-Schneider, ein winziger, verkohlter, uralter Traubenkern könnte die Geschichte der Kelten im Weinviertel verändern. Wie geht das?

Marianne Kohler-Schneider: Wir haben diesen Traubenkern bei Ausgrabungen im keltischen Heiligtum am Sandberg bei Roseldorf im Weinviertel gefunden. Er ist ein sensationeller Fund, für Österreich, aber auch für Mitteleuropa. Es war ein einziger Kern, und er ist einer der ältesten, die wir bis dato gefunden haben. Bisher nahm man an, dass die Römer den Weinbau zu uns gebracht haben. Der Traubenkern ist aber viel älter, er stammt aus dem

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