Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Naturbursch 2015

Veganer Wein, wie geht denn das? Der Naturbursche zeigt es vor

Stadtleben | Barbara Tóth | aus FALTER 41/16 vom 12.10.2016

Bei der Weinherstellung, Filterung und Schönung werden oft Mittel verwendet, die von tierischer Herkunft sind. Diese Prozesse dienen dazu, Gerbstoffe zu binden, Trübungen und Schwebeteilchen vorzubeugen und den Wein zu stabilisieren. Dazu können Eiklar, Fischblasen, Kasein oder Gelatine eingesetzt werden. Daher ist nicht automatisch jeder Wein vegan.

Thomas Hareter aus Weiden am See, Winzer in vierter Generation und seit 2011 am Zug, hat den elterlichen Betrieb 2006 auf biologischen Weinbau umgestellt, seit 2009 ist er bio-zertifiziert. So wie er arbeiten jetzt immer mehr der "Jungwinzer": biologisch sowieso, naturnah, mit minimalem Schwefeleinsatz. Sein "Naturbursch 2015" spiegelt diesen Anspruch bestens wider. Er ist ein Gemischter Satz aus Weißburgunder und Welschriesling, entsteht also aus den verschiedenen Trauben, die in einer Lage gemeinsam wachsen. Früher war das so üblich. Empfindliche und robuste Trauben nebeneinander ergaben am Ende mehr Chance auf Ertrag als Monokulturen.

Hareters Naturbursch hat eine strahlend grüngelbe Farbe, duftet herrlich nach einem ganzen Obstkorb, ist frisch und anmutig mit vielschichtiger Würze, saftig und gleichzeitig dicht. Ein weiteres Atout: Sein Histamingehalt liegt bei 2,85 g/l (0,003 mg/l), der Wein ist also für Allergiker und solche, die leicht Kopfweh vom Trinken bekommen, extra gut verträglich.

Rezensierte Getränke wurden der Redaktion fallweise umsonst zur Verfügung gestellt

Naturbursch 2015 von Thomas Hareter, um € 7,90 im wein.laden 2., Leopoldsgasse 14


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