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Alles Roger im Dunstkreis der Rechtsextremen?

Medien | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 41/16 vom 12.10.2016

Im Jahr 2015 gründete Ronald Seunig das Magazin Alles Roger?, das Verschwörungstheorien befeuert und vom Mauthausen-Komitee als "tendenziell antisemitisch und völlig obskur" bezeichnet wird. Seunig war mit einem Einkaufszentrum reich geworden und fiel im Jahr 2003 etwa durch ein Trend-Interview auf, in dem er Adolf Hitler verteidigte, dessen Gesicht er sich in seinem Haus auf die Decke pinseln hatte lassen ("weil er so viel verändert hat", er sei fast so wichtig wie Jesus Christus - außerdem habe Hitler den Krieg nicht angefangen).

Nach der FPÖ-Selbstzerstörung in Knittelfeld 2002 erklärte Parteimitglied Seunig öffentlich, aus der FPÖ austreten zu wollen. Inzwischen hat er sich ihr wieder angenähert, sein Magazin zählt zum neu geschaffenen Mediennetzwerk im Dunstkreis der FPÖ. In der aktuellen Nummer führt Ex-FPÖ-Klubchef und Ex-BZÖ-Obmann Peter Westenthaler ein Streichelinterview mit FPÖ-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer, der auf der Webseite zudem beworben wird. Sein Gegner Alexander Van der Bellen wird zugleich als "Kriegsbefürworter und EU-Fanatiker" bezeichnet.

Ende Oktober stellt Alles Roger? am umstrittenen rechtsextremen "Kongress Verteidiger Europas" in Linz aus, bei dem FPÖ-Stratege Herbert Kickl als Redner auftritt.


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