Liebe in Zeiten der Glitzergirlande: "der herzerlfresser" beißt nicht richtig zu

Feuilleton | MP | aus FALTER 41/16 vom 12.10.2016

Der Rhythmus dieses Abends erinnert an ein nächtliches Radioprogramm für einsame Herzen: Gespräche über unerfüllte Liebe, traurige Schlagermusik und dazwischen genügend Pausen, damit die Hörer die Chance haben, doch noch einzuschlafen.

An Herzschmerz leiden in Ferdinand Schmalzens "der herzerlfresser" alle Figuren, mit Ausnahme der spröden "fauna florentina" (Irina Sulaver), die viel über Auswüchse der Liebe in der Tierwelt weiß. In sie ist der "gangsterer andi"(Merlin Sandmeyer) verliebt, der als Wachmann im neuen, auf Moor gebauten Einkaufszentrum arbeitet. Die "fußpflege irene", ein Cross-Dresser (Peter Knaack) und nicht Handsondern eben Fußleser, weiß sich indes dem Bürgermeister Rudi bestimmt (Johann Adam Oest), obwohl der mehr um die Wählerschaft als um sie buhlt.

Da es sich um einen Schmalz handelt, kann von Romantik keine Rede sein. Wenn schon ein Genre, dann ist es Splatter-Horror mit galliger Kritik daran, trostlose Malls an Ortsränder zu bauen. Doch das kommt,


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