Die Sehnsucht nach dem krassen Schnitt

Das Volk wünscht sich den starken Mann, die Elite eine Erlösung durch Neuwahlen. Versuch einer Dystopie


Kommentar: Barbara Tóth
Falter & Meinung | aus FALTER 41/16 vom 12.10.2016

Wie werden wir 2026 über das, was im Herbst 2016 Österreich politisch bewegte, denken? Wie werden wir diese entscheidenden Wochen zwischen Bundespräsidentschaftsstichwahlwieder holung und Neuwahlen bewerten?

Sich die Gegenwart schon als nahe Vergangenheit vorzustellen ist immer lohnenswert, erst recht, wenn sie so unübersichtlich geworden ist wie heute. Hier also der Versuch einer Dystopie.

Vermutlich werden wir über den Herbst 2016 als "Vorabend der Dritten Republik" sprechen und den Regierenden der großen Koalition drastisches Schlafwandlertum vorwerfen müssen. Angesichts einer immer stärkeren und breiteren FPÖ zankten sich ÖVP und SPÖ bis zuletzt um Banalitäten, versagten in der Reformpolitik und wussten am Ende nichts Besseres, als sich in vorgezogene Neuwahlen zu retten. Im naiven Glauben, am Wahlabend doch noch Erste werden zu können.

Warum waren sie so töpelhaft? Hörten sie nicht auf ihre Sozialwissenschaftler und deren Umfragen? Sahen sie nicht, was in Ungarn, der Slowakei,

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