Die Pflanzenwissen-Zusammenfügerin

Margot Fischer hat eine äußerst bunte Berufskarriere. Unter anderem ist sie Expertin für essbare Wildpflanzen. Und die kann man auch im Herbst sammeln. Ein Rundgang


Erkundung: Julia Kospach
Landleben | aus FALTER 41/16 vom 12.10.2016


Foto: Christopher Mavrič

Foto: Christopher Mavrič

Kaum auf der großen Wiese hinterm Lusthaus angekommen, bückt sich Margot Fischer schon zum ersten Mal und zupft ein kleines, gefiedertes Blättchen ab, das aussieht wie eine zarte, grüne Feder, und hält es einem zum Kosten hin. „Schafgarbe“, sagt sie, „sie wird jetzt im Herbst schon ein bisschen bitter, aber es ist ein super Gewürz für Kräuteraufstriche.“ Überhaupt könne man die Erntesaison für viele essbare Wildpflanzen verlängern, wenn man noch einmal hingehe, nachdem die Wiese so wie hier vor kurzem gemäht worden ist und manche Pflanzen sogar jetzt im Herbst in Bodennähe noch ein bisschen frisches Grün ansetzen.

Margot Fischer schreitet weiter aus. Sie ist eine kleine, filigrane Frau mit schickem, blondem Kurzhaarschnitt, einem schwarzen Lackledermantel und schwarzen Palladium-Boots. Kräuterfrauen stellt man sich anders vor. Sie spricht leise, konzentriert und ein bisschen abgehackt. Es ist ein strahlend sonniger, kalter Oktobermorgen. Der Wind treibt Wolken über den Himmel. Abgefallene Blätter sprenkeln Gras und Wege. Das Laub an den Zweigen hat schon begonnen, sich zu verfärben.

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