"Sie gab mir alle Freiheiten und sagte:,Sie dürfen mich auch verarschen'"

Das Theater: Nach dem Tod des deutschen Theatermachers Einar Schleef wurde Nicolas Stemann ab 2003 zum wichtigsten Regisseur für Elfriede Jelinek. Er führte auch das Format der "Urlesung" ein

Feuilleton | Interview: Martin Pesl | aus FALTER 41/16 vom 12.10.2016

Niemand hat so viele Theatertexte von Elfriede Jelinek aus der Taufe gehoben wie Nicolas Stemann: Zehn Uraufführungen waren es, vom poppigen "Werk" 2003 im Akademietheater bis zur kraftvollen vierstündigen "Wut" 2016 an den Münchner Kammerspielen. Anstelle von Einar Schleef, dem Regisseur der als legendär geltenden Zusammenarbeit "Ein Sportstück"(1998) am Burgtheater, der eine zweite Zusammenarbeit nicht mehr erlebte, wurde der deutlich jüngere Stemann (Jahrgang 1968) zum wichtigsten Regisseur für sie.

Vergangenen Freitag hat Nicolas Stemann an den Münchner Kammerspielen eine Urlesung des aktuellen Stands von Jelineks Flüchtlingstragödie "Die Schutzbefohlenen" eingerichtet. Das 2014 - auch von Stemann - uraufgeführte Werk verarbeitet vor allem die Proteste der Refugees-Bewegung in der Wiener Votivkirche 2012. Als Reaktion auf Entwicklungen in der Flüchtlingspolitik erweitert es die Autorin immer wieder um Anhänge. Das gesamte Ensemble des Theaters, 35 Mitarbeiter von Intendanz


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