Phettbergs Predigtdienst

Mein Herz schrie die ganze Zeit

Hermes Phettberg führt seit 1991 durch das Kirchenjahr

Kolumnen | aus FALTER 41/16 vom 12.10.2016

An meinem Geburtstag rollte mich Lukas, der Nachbar in meinem Haus -auch so ein "Gottesgenuss"! -, ins Künstlerhauskino zur Welturaufführung von "Für Oswald" von Michael Thomas. Oswald Fuchs, der Hauptdarsteller dieses Films, ist 80 und tatsächlich dann nach der Postproduktion verstorben. Er liegt nun auf einem Innsbrucker Friedhof, vermutlich in einem "Armensarg". Oswald Fuchs war Theaterdirektor in einem Innsbrucker Theater und hatte dort einmal den heutigen Regisseur Michael Thomas aufgestellt. Und seitdem lieben und hassen sie sich und bekämpfen und küssen einander. Irgendwie treiben sie auch Wirklichkeits-Sadomaso miteinander. Alles, was je der Film eintragen wird, wird ins Badener Künstlerheim laufen. Die Armut der Künstlys, die lebenslang arbeiten, wie zum Beispiel Oswald Fuchs, der dann sogar beim Hobbytischler Karl Merkatz um einen Sarg betteln muss, schreit zum Himmel - und dass ein patscherter Talkmaster Oswald live fragte, was er so kurze Zeit vor seinem Absterben noch vorhat zu erledigen, war überhaupt der Anlass, dass Oswald Fuchs Michael Thomas angerufen hat, diesen Film entstehen zu lassen und Jutta Duschet, das Drehbuch zu schreiben.

Oswald Fuchs war in seiner Jugend Boxmeister, und so steht auch der österreichische Gott des Boxens, Hansi Orsolics, in der Liste der Mitwirkenden. Meine Elendigkeit ist deshalb im Film anwesend, weil Oswald Fuchs einmal vor langer Zeit ein Pantscherl hatte mit der Pornodarstellin Sibylle Rauch. Da wurde ich auch engagiert, damit möglichst viele Wiener Originale aufscheinen mögen. Ich tat mein Bestes und stand in einem Käfig, wo ich verzweifelt wixte, um ein möglichst geiles Pornoprodukt abzuliefern. Doch "er" stand mir nicht und gab auch nix von sich. Und meine "Schneeflocke" ist so winzig, dass kein Kameramensch je einen so kleinen Schwanz wahrnehmen konnte, und ich bin aber so gewaltig beleibt, und so siehst du mich im Käfig "untenherum" ein paar Sekunden herumtun. Dieses mein "untenherumiges" Scheitern lieferte meinen kunsthältigen verzweifelten Gesichtsausdruck. Mein Herz schrie die ganze Zeit während des Films nach der sadistischen Härte des "Zugvogels" Michael Thomas nach einem Jesus Christus!

Phettbergs Predigtdienst ist auch über www.falter.at zu abonnieren. Unter www.phettberg.at/gestion.htm ist wöchentlich neu zu lesen, wie Phettberg strömt


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