Watchdog

Wie man ein echter "Macher" wird

Medien | Josef Redl | aus FALTER 42/16 vom 19.10.2016

Neulich ist Post aus Oberösterreich gekommen. Ein Magazin mit dem Titel Die Macher. Die 146 Seiten starke Schwarte widmet sich ausschließlich Oberösterreichs Wirtschaft: Managerporträts, Startup-Initiativen, aber auch Tiefgründiges wie die Frage, was Manager von Nonnen lernen können, werden hier behandelt.

Und dann gibt es noch jede Menge Inserate. Die Macher von Die Macher ziehen dort, wo redaktionelle Inhalte in bezahlte Anzeigen übergleiten, eine knallharte Trennlinie. Im Impressum werden gleich vier Bezeichnungen ("Bezahlte Anzeige", "Promotion", "Patronanz" und "Sponsored Content") angeführt, um dem Leser die Unterscheidung zu erleichtern. In keine dieser Kategorien fällt das Interview mit dem Landesvorsitzenden der Jungen Wirtschaft auf Seite 34 ( ganzseitiges Inserat der Jungen Wirtschaft auf Seite 29). Oder das Selbstgespräch von Landeshauptmannstellvertreter Thomas Stelzer (Inserat Seite 42).

Auf den Seiten 44 und 45 darf FPÖ-Wohnbaulandesrat Manfred Haimbuchner dann unter dem Titel "Willkommenskultur? Abschiedskultur!" schwadronieren.

Knapp 40 Seiten später folgt - erraten! - ein ganzseitiges Inserat des FPÖ-Landesrats. Bei diesem ist sogar das oberösterreichische Landeswappen blau eingefärbt.


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