DIE FALTER-UNI-SERIE: 10 WIENER VORDENKER IM GESPRÄCH TEIL V: ROBERT TRAPPL

"Ich bin an den Vogel-Hieroglyphen gescheitert"

Die künstliche Intelligenz wird unser Leben revolutionieren. Der Kybernetiker Robert Trappl über virtuelle Politiker, Stalin als Antithese und warum man Robotern Ethik beibringen muss

Stadtleben | Interview: Eva Konzett | aus FALTER 42/16 vom 19.10.2016

Innovation wird in gesichtslosen Bürotürmen mit Glasfassaden erprobt? Nicht immer. Hinter jahrhundertealten Steinmauern im Schottenstift in der Wiener Innenstadt werkeln IT-Spezialisten und Computernerds im Österreichischen Forschungsinstitut für Artifical Intelligence (OFAI) an der Zukunft. Draußen schnauben die Fiakerpferde, manchmal läuten die Glocken der Schottenkirche herüber, über das Kopfsteinpflaster ziehen Touristengruppen auf dem Weg zum Stephansplatz vorbei. Robert Trappl, sozusagen der Vorderste unter diesen Vordenkern, sitzt im Besprechungszimmer, das sich mit großer Fensterfront zur Freyung hin öffnet. Er, der das OFAI 1984 mitbegründet hat, gilt als Pionier auf dem Feld der künstlichen Intelligenz. Sein ganzes Wissenschaftlerleben hat er damit verbracht, dem Computer menschenähnliches Denken beizubringen. Nur bei ihm zu Hause findet sich kein Roboter: "Na. Wirklich ned", sagt der Wiener. Dafür habe er keinen Platz.

Falter: Herr Professor Trappl, der frühere


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