Musiktheater Kritiken

Eine falsche Frau zwischen Liebe und Hass

Lexikon | HR | aus FALTER 42/16 vom 19.10.2016

Im Zentrum von Glucks 1777 in Paris uraufgeführter Oper, die auf das "klassische" Libretto zurückgriff, das 100 Jahre zuvor Jean-Baptiste Lully vertonte, steht die Zauberin Armide, die dämonische Kräfte von Lust, Liebe, Täuschung und Hass als Kriegsmittel gegen ein Kreuzritterheer einsetzt. In seiner eher schiefgegangenen Lesart macht Regisseur Ivan Alexandre aus Armide (Gaëlle Arquez) einen jungen Soldaten in Frauenkleidern und kleidet auch die Männer der Ballettakademie in solche, die in einer Art Bordellpalast mit goldenen Türen in ziemlich verstaubt wirkenden Posen agieren (Glucks Musik enthält eine Menge von pastoralen Instrumentalstücken). Die in den Ritter Renaud wirklich verliebte Armide ist zwischen Liebe und Hass hin-und hergerissen, und auch ihn können erst zwei andere Ritter aus ihren Fängen befreien.

Staatsoper, Sa, Di 19.00


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