Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 42/16 vom 19.10.2016

Pop

Luísa Maita: Fio da Memória

Diese junge Brasilianerin versteht sich aufs subtile Erneuern der Samba-und Bossa-Nova-Tradition. Nach dem schon sehr guten Debüt "Lero-Lero" (2010) legt sie nun ein vielschichtiges Werk vor, auf dem sich rockige Sambas mit flirrenden R'n'B-/Electro-Beats sowie verwunschenen Balladen abwechseln. So lebendig und überraschend die Arrangements sind, so sehr nimmt sich Luísa Maita zurück. Ihr Gesang ist oft nur ein Flüstern, Hauchen. Prognose: ein Album, mit dem man lang Freude haben wird. (Cumbancha) SF

Jazz

Bojan Z and Nils Wogram: Housewarming

Der serbische Pianist Bojan Zulfikarpašić, vermutlich der ständigen Fehlschreibung seines Namens leid, nennt sich Bojan Z, sein deutscher Posaunenpartner schreibt sich aus, gemeinsam erwärmen sie das Haus auf eine Weise, dass ihr Album als Soundtapete für eine Housewarming Party wenig taugt: Zu anspruchsvoll und aufmerksamkeitsfordernd sind die vor Spielfreude sprudelnden, feierlich rhapsodischen bis aufgekratzt eloquenten zehn Stücke zweier Gesprächspartner, die sich viel zu sagen haben. (Nwog) KN

Klassik

Franco Fagioli: Rossini

Gioachino Rossini war zeitlebens von hohen Männerstimmen fasziniert. Glaubt man seinen Biografen, hätte ihn als Kind beinahe das Schicksal jener Sänger ereilt, die er so bewunderte. Kastraten gibt es heute glücklicherweise keine mehr, dafür aber Männer wie Franco Fagioli, die von Natur aus mit einer ebenso hohen wie reinen Stimme gesegnet sind. Auf seinem neuen Album singt der Countertenor mit den schwindelerregenden Koloraturen Hosenrollen aus Rossini-Raritäten, so schön, dass einem der Atem stockt. (DG) MDA


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