Fotografie Vernissage

Klick, klick: Bilderreisen für die graue Zeit

NS | Lexikon | aus FALTER 42/16 vom 19.10.2016

Verzögert, aber sicher senkt sich wieder das trübe Wetter über das Land. Wenn die Farben jetzt verlorengehen, dann startet zum Glück der Monat der Fotografie. Mehr als 150 Ausstellungen laufen mit dem Label "Eyes On", allerdings wurden viele darunter nicht extra zum Fotomonat produziert. Eröffnet wird das Festival mit der Gruppenschau "Looking for the Clouds. Contemporary Photography in Times of Conflict" im Museum auf Abruf (Musa). Der Blick in die Wolken steht dabei für aufziehende Bedrohungen, aber auch für das Bedürfnis nach Niederschlag als Grundlage von Wachstum. Zeitlich behandeln die ausgewählten Arbeiten von Anna Jermolaewa, Hans Peter Feldmann und anderen die brisante Phase zwischen 9/11 und dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle 2015.

Der Reiz des Fotomonats liegt auch in den unterschiedlichen Veranstaltungsorten, von X-Large bis X-Small. Die Albertina präsentiert in Kooperation mit dem Filmmuseum die Schau "Film Stills", die extra für den Fotografen gestellte Filmszenen zeigt. Auf die Grenzlinie zwischen Kino und Fotografie begibt sich auch die Schau "Farbiges Leuchten. Transparente Filmstandfotos der 1920erund 1930er-Jahre" des Photoinstitut Bonartes. Westlicht widmet den Zeugnissen wichtiger Fotografen vom Ungarn-Aufstand 1956 eine Schau.

Die Ausstellung "Glorify Motherland" lädt in die Galerie aa Collections. Genoveva Kriechbaum hat dafür in den Arabischen Emiraten recherchiert, wo sie auch Schilder mit Botschaften in den Wüstensand steckte. Nackte Tatsachen kündigt "Nu Nudes" im Ausstellungsraum So weit die Zukunft mit ungewöhnlichen Aktbildern österreichischer Fotokünstler an. In der Gershon Vienna Gallery erinnert die Schau Leonard Finks "Coming Out" an die New Yorker Schwulenbewegung der 1960er-Jahre.

Musa, Mo 19.00 (bis 4.2.)


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