Stadtrand Urbanismus

Kommerzzone Donaukanal

Stadtleben | Birgit Wittstock | aus FALTER 42/16 vom 19.10.2016

Als Mitte der 1990er-Jahre das Flex an den Donaukanal zog, war dieser Flecken Innenstadt quasi finsterer Untergrund. Inzwischen ist nicht nur viel Wasser den Kanal hinuntergeströmt, sondern seine Ufer haben sich längst zu Freizeitzonen entwickelt, mit denen sich auch gut Geld machen lässt. Und weil ein so schönes Stück Stadt Begehrlichkeiten weckt, verabschiedete der Gemeinderat 2010 einen Masterplan, auf dem aufbauend 2014 die Donaukanal-Leitlinien festgeschrieben wurden, deren Ziel es war, konsumfreie Erholungszonen für alle zu erhalten und der Kommerzialisierung am Kanal Einhalt zu gebieten.

Umso erstaunlicher, dass nun ausgerechnet in einem als Ermöglichungsraum definierten Abschnitt, den man laut Plan von kommerzieller Nutzung freihalten wollte, diese Woche das sogenannte Feuerdorf eröffnen wird: ein Haufen von Holzhütten, in denen man im Winter grillen kann. Nette Idee. Der Haken an der Sache: 190 Euro Miete löhnt man pro Hütte, Getränke und Essen kosten extra - das billigste Menü 19 Euro pro Nase. Ohne Getränke. So viel zum Thema öffentlicher Raum für jedermann. Danke Stadt!


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