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Politik | aus FALTER 42/16 vom 19.10.2016

Was heißt hier Ordnung?

Die aktuelle Ausgabe des Merkur. Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken widmet zwei Beiträge einem aus der Mode gekommenen Begriff: der "Ordnung". Er sei in der Soziologie kräftig aus der Mode gekommen, schreibt der Politologe Herfried Münkler. Stattdessen sprach man lieber von "Systemen" und "Kritik" an diesen. Ordnung setzt im Kopf ihr Gegenteil, die Unordnung, voraus. Oder ähnliche Gegensatzpaare wie Friede und Krieg, Feind und Freund. Wenn Intellektuelle also von Ordnung sprechen, dann wollen sie nicht nur analysieren, sondern auch etwas erreichen. Genau das brauche es jetzt. Der Mittelalterspezialist Michael Borgolte zweifelt das an. Für ihn wurzelt der "Hunger nach Ganzheit" in der Sehnsucht nach einer Welt vor der Achsenzeit, in der Mensch und Gott noch eins waren - ganz so, wie es im Islam heute noch ist. Es kann nie die eine Ordnung geben, sondern nur Ordnungen. BARBARA TÓTH

Merkur. Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken, 70. Jahrgang,

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