Sounds of Music

Vom Mandolinenkonzert zum Clubgig: Das Festival Jazz &The City lädt zum Flanieren durch Salzburg ein

Lexikon | Maria Motter | aus FALTER 42/16 vom 19.10.2016

Wenn das Festival Jazz &The City in Salzburg einzieht, wird die Altstadt zu einem musikalischen Parcours. Das Angebot reicht von Jazz über World Music bis zu Electronic. Zur neuen künstlerischen Leiterin wurde die deutsche Kuratorin Tina Heine bestellt, die das ELBJazz Festival in Hamburg mitbegründete und einige Jahre leitete.

"Ich gucke immer, was im Publikum passiert", sagt Heine auf die Frage, wie sie denn ihr Programm zusammengestellt hat. Wenn ihr die Reaktionen gefallen, bucht sie die Künstler. Der Zuspruch der Besucher könnte bei Jazz &The City ganz unterschiedlich ausfallen - von gesetztem Applaus bis zu ekstatischen Tänzen.

Konzerte werden in der gesamten Altstadt an allen vorstellbaren Orten zu hören sein: in Cafés, in einer Schlosserei, in Restaurants und in Hotellobbys sowie im großen Saal der Stiftung Mozarteum und dem Republic, das früher ein Stadtkino war. Von einem Event zum anderen geht man maximal fünf bis zehn Minuten. An jedem der fünf Festivaltage steht ein anderes Viertel im Mittelpunkt. Der Eintritt ist frei, auch Zählkarten gibt es keine mehr.

Im Andräviertel, zwischen dem Schloss Mirabell, der St.-Andrä-Kirche und der Schranne, tut sich am Donnerstag der serbische Pianist Bojan Z für ein Konzert mit dem Schweizer Posaunisten Nils Wogram (Stadtpfarrkirche St. Andrä, 20.10., 19 Uhr) zusammen.

Am selben Abend kann man wenig später zu Alsarah &The Nubatones wechseln. Die Bezeichnung "World Music" passt zur Biografie der Künstlerin, die bisweilen als "Star of Nubian Pop" gehandelt wird: Sie wurde im Sudan geboren, flüchtete in den Jemen und landete schließlich in den USA. Sie lebt nun in New York, Brooklyn, ihre Musik bezeichnet sie als "East African Retro Pop".

Am Freitag zieht das Festival ins Kaiviertel und dessen schmale Altstadtgassen. Der britische Saxofonist, Rapper und DJ Soweto Kinch gibt ein Club-Konzert (Trumerei, Fr, 21 Uhr), während Rolf Kühn auf Hamilton de Holanda und dessen Mandoline trifft (Kollegienkirche, Fr, 20 Uhr). Empfehlenswert ist auch "Syrian Links" im Monzartkino. Salah Ammo, der vor zwei Jahren als Flüchtling nach Wien kam, und weitere syrische Musiker spielen mit österreichischen Kollegen.

Am Sonntag steigen unter anderem zwei große Abschlusskonzerte: Das Erik Truffaz Quartet und die Sängerin Malia treten im Salzburger Landestheater auf, in der Universität Mozarteum wird sich der Tubaspieler Daniel Herskedal einfinden.

Salzburg, div. Orte, bis 23.10., salzburgjazz.com


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