Den Syrien-Krieg verstehen

Er dauert nun schon über fünf Jahre, er hat ein ganzes Land verwüstet, 400.000 Menschen dahingerafft und insgesamt 4,8 Millionen Syrer zu Flüchtlingen gemacht. Warum gibt es diesen Krieg? 17 Antworten auf 18 Fragen

Politik | Antworten: Nina Brnada | aus FALTER 42/16 vom 19.10.2016


Illustrationen: Reini Hackl, Oliver Hofmann

Worum geht es eigentlich im Syrien-Krieg?

Auf diese simple Frage gibt es leider keine einfache Antwort, denn der eine Kriegsgrund ist nicht auszumachen. Das liegt daran, dass so viele Akteure mit so vielen verschiedenen Interessen an diesem Konflikt beteiligt sind.

Grob gesprochen kann man sagen: Es sind zwei Kriegsblöcke beteiligt, und jeder davon hat eine lokale, eine regionale und eine globale Ebene.

Der eine Block setzt sich folgendermaßen zusammen: das Assad-Regime auf lokaler Ebene, der Iran auf der regionalen und Russland auf der globalen. Sie kämpfen gemeinsam gegen den zweiten Block, und der sieht so aus: diverse Rebellengruppen auf lokaler Ebene, regional Saudi-Arabien, die Türkei sowie Katar und global die USA und andere westliche Staaten.

Wo soll man da bloß anfangen?

In Syrien selbst, im März des Jahres 2011. Damals begannen die Proteste gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Das Land war von einer sieben Jahre langen Dürre ausgemergelt. „Es ist kein Zufall, dass die Proteste ausgerechnet in einer landwirtschaftlich geprägten Gegend begannen, in Daraa im Süden des Landes,“ sagt Autorin Petra Ramsauer. Die daraus resultierende Versorgungskrise wurde von staatlicher Seite nicht ausgeglichen, Korruption erschwerte zudem die Situation. Um beispielsweise Dünger zu bekommen, um ihre Felder bestellen zu können, mussten Bauern Beamte schmieren. Viele kehrten ihren Höfen den Rücken und zogen in Städte – das wiederum führte zu sozialen Spannungen in den Ballungsräumen.

Anfangs strebten die Bürger Syriens vor allem Reformen an. Später forderten sie auch Assads Sturz, auch weil das Regime auf die Proteste derart rigoros reagierte. Die Sicherheitskräfte schossen auf die Demonstranten. Schon zu Beginn des Konflikts starben Hunderte. Die Regierung erklärte, man habe auf Mitglieder einer „bewaffneten Bande“ geschossen: „Äußere Kräfte“ würden die Situation in Daraa bewusst falsch darstellen, „um Unruhe in Syrien zu stiften“. Die Begräbnisse der getöteten Demonstranten wurden zu weiteren Anlässen für neue Kundgebungen. Auf diese Weise schaukelte sich die Situation immer mehr auf.

Gab es diese „äußeren Kräfte“, also die Einmischungen, die Assad schaden sollten?

Assad hat den Konflikt schon selbst eskaliert. Außerdem waren in der Zeit, als die Proteste in Syrien begannen, bereits Langzeitdiktatoren wie Tunesiens Zine el-Abidine Ben Ali oder Ägyptens Hosni Mubarak gestürzt worden. Damals brach der sogenannte Arabische Frühling an. Viele gesellschaftliche, politische und religiöse Kräfte in den arabischen Ländern opponierten.

Die USA wollten Assad schwächen. Im Jahr 2003 hatten sie ihn auf die sogenannte Achse des Bösen gesetzt – ein Grund, warum sich Assad bei der US-Invasion des Irak gegen die Amerikaner gestellt hatte. Um sie in ihrem Kampf gegen Saddam Hussein zu schwächen, ließ Assad durch sein Land Dschihadisten in den benachbarten Irak einreisen, die dann gegen die Amerikaner kämpften, sagt Politologe Thomas Schmidinger. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass dies teilweise dieselben Leute waren, die sich Jahre später gegen Assad selbst richten sollten und heute gegen ihn kämpfen. Aber dazu später.

Und ja, man versuchte auch Assad von außen zu destabilisieren. Die Washington Post etwa, die geheime Berichte der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichte, berichtete von sechs Millionen Dollar, die das US-amerikanische Außenministerium seit dem Jahr 2006 an Exilsyrer ausbezahlt hatte. Damit finanzierte Washington Aktivitäten, die das Assad-Regime schwächen sollten. Die aber reichten nicht aus, um Assad zu stürzen – das ist bis heute nicht gelungen.

Wer ist dieser Assad überhaupt?

Baschar Hafiz al-Assad ist Jahrgang 1965, ein in London ausgebildeter Augenarzt, verheiratet, Vater dreier Kinder, Sohn von Hafiz al-Assad, der 30 Jahre lang über Syrien herrschte. Durch einen Putsch im Jahr 1970 wurde dieser als Angehöriger der religiösen Minderheit der Alawiten zum Staatsoberhaupt und blieb es bis zu seinem Tod im Jahr 2000. Die Alawiten machten vor dem Ausbruch des Krieges zehn Prozent der syrischen Bevölkerung aus. Sie sind eine eigenständige religiöse Minderheit, manchmal wird sie ins Spektrum des schiitischen Islam eingeordnet.

Die Mehrheit des Landes sind sunnitische Muslime (74 Prozent), sie sind heute, neben den Kurden, die größten Antagonisten Assads – auch wenn sie teilweise untereinander zerstritten sind.

Andere nichtmuslimische Minderheiten Syriens wie Christen (zehn Prozent) oder Drusen (drei Prozent) setzen in diesem Konflikt auf Assad, vor allem, weil sie sonst kaum politische und militärische Alternativen sehen. Und Assad wiederum wird auf regionaler Ebene vom Iran unterstützt.

Warum unterstützen die Iraner Syriens Präsidenten Assad?

Um das zu verstehen, müssen wir einen Schritt zurücktreten. Stellen wir uns die Geografie des Nahen Ostens vor: Syrien liegt an der östlichen Mittelmeerküste, rund 95 Kilometer östlich des EU-Mitgliedsstaates Zypern. Syriens Nachbarschaft ist politisch, religiös und ethnisch sehr kompliziert: Im Norden grenzt das Land an die Türkei, im Westen an den Libanon, im Süden an Israel und Jordanien, im Osten an den Irak – diese Verortung im Hinterkopf zu behalten ist wichtig, wenn man die Dynamik dieses Krieges begreifen will.

Der Iran will den „schiitischen Halbmond erhalten“, wie Politologe Gerhard Mangott sagt. Er spannt sich unter anderem über den Iran, den Irak, Syrien und den Libanon. Der Führung im Iran ist besonders der Zugang zum Libanon und zur dortigen schiitischen Miliz Hisbollah wichtig – und der führt eben auch über Syrien. Dabei geht es auch um Israel, Irans Erzfeind seit der Islamischen Revolution im Jahr 1979, aber dazu später.

Am wichtigsten ist jedoch der Antagonismus zweier regionaler Größen dieser Weltgegend – des sunnitischen Saudi-Arabien und des schiitischen Iran. Auf regionaler Ebene des Syrien-Krieges geht es um deren Rivalität.

Warum rivalisieren Saudi-Arabien und der Iran?

Einerseits spielt der alte ethnische und religiöse Gegensatz hinein: schiitische Perser im Iran und sunnitische Araber in Saudi-Arabien. Diese Unterschiede werden propagandistisch stark strapaziert.

Mindestens genauso bedeutend sind jedoch politische und geostrategische Erwägungen. Saudi-Arabien ist beispielsweise traditionell ein Verbündeter der USA. Da spielt es keine Rolle, dass es eine Gesellschaft ist, die nach streng orthodoxem wahhabitischem Islam organisiert ist, wo beispielsweise Frauen kaum Rechte haben. Das ist zwar im Iran nicht wesentlich anders, aber der Iran ist seit der Islamischen Revolution im Jahr 1979 radikal antiwestlich eingestellt. Das Land war deshalb jahrzehntelang isoliert, Sanktionen des Westens dämpften die Entwicklung dieses so bedeutenden Landes: Der Iran hat mit nahezu 83 Millionen fast dreimal so viele Einwohner wie Saudi-Arabien. Zudem steht er mit einem Anteil an Ölreserven der Opec-Länder mit 13,1 Prozent nach Venezuela und Saudi-Arabien auf Platz drei.

Saudi-Arabien fürchtet nun ein Erstarken des alten Rivalen Iran. Die Gelegenheit dazu ist jedenfalls da, ermöglicht durch den Atomdeal, der im Vorjahr in Wien abgeschlossen wurde. Gegen Zugeständnisse beim Atomprogramm lockert der Westen Sanktionen gegen den Iran. Das könnte im Iran zu einem Wirtschaftsaufschwung und in weiterer Folge zu einem Ausbau des politischen Einflusses in der Region führen.

Ein potenter Iran würde aber nicht nur den Saudis nicht passen, sondern auch Israel. Deswegen unterstützt Saudi-Arabien genauso wie andere Länder wie Katar, die Türkei und die USA sunnitisch-dschihadistische Rebellen in Syrien gegen den Iran-Verbündeten Assad. Auch Israel tut es.

 

Infografik: Reini Hackl, Oliver Hofmann


 

Noch einmal bitte – Israel unterstützt radikalislamistische Dschihadisten? Wieso das denn? Hat es nicht geheißen, dass sie die Zerstörung Israels anstreben?

Die größte Sorge Israels ist das Erstarken der Hisbollah im Libanon durch eine Ausweitung des iranischen Einflusses in Syrien. Der Iran sieht in Syrien nämlich einen strategisch wichtigen Ort für die eigenen Interessen, dazu gehört auch der Kampf gegen Israel. Ali Akbar Velayati, der frühere iranische Außenminister und engster Berater des Obersten Religionsführers Ajatollah Ali Khamenei, erklärte Syrien gar zur „35. Provinz“ des Iran, auch weil das Land ein „goldener Ring des Widerstands gegen Israel“ sei.

„Weil Israel den Iran und seine Verbündeten als die größte Bedrohung für seine eigene Sicherheit wahrnimmt, unterstützt es Rebellengruppen, ungeachtet ihrer politischen Ausrichtung. Hauptsache, sie kämpfen gegen die schiitische Hisbollah, die ein enger Verbündeter des Erzrivalen Iran ist“, sagt die Konfliktforscherin Jasmina Rupp. „Es gibt Berichte, wonach Israel auch den Al-Qaida-Ableger und den IS in Syrien unterstützt.“ Das reicht von medizinischer Unterstützung der Kämpfer bis hin zu logistischer und militärstrategischer Planung. Der ehemalige israelische Geheimdienstchef Efraim Halevy verteidigte öffentlich die medizinische Versorgung von Kämpfern des Al-Qaida-Ablegers durch Israel mit dem Argument, dass Israel gezielt von der Hisbollah angegriffen wurde, nicht aber von der al-Qaida.

Also nach dem Motto „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“?

In diesem Krieg werden Allianzen je nach Bedarf mit unterschiedlichen, auch vordergründig verfeindeten Akteuren geschlossen, das gilt für alle Beteiligten, auch für die Rebellen.

Wer sind diese Rebellen?

Die Rebellen sind vor allem eines: sehr zerspragelt. Sie verfolgen unterschiedliche Ziele und bekämpfen nicht nur Assad, sondern auch einander. Etwa die Kurden im Norden Syriens. Oder die vielen dschihadistischen Milizen wie der IS oder die einst als Nusra-Front bekannte Al-Qaida-Gruppe.

Zu Anfang der Proteste spielten Islamisten keine vorherrschende Rolle. Dann aber ließ Assad viele radikale Islamisten frei, die in Gefängnissen saßen. Einige von ihnen gründeten später beispielsweise die Nusra-Front, sagt Petra Ramsauer. Die Freilassung war ganz gezielt geschehen, sagt Jasmina Rupp – „um die oppositionellen Kräfte in Syrien, die am Anfang nicht dschihadistisch waren, zu unterwandern und damit als Terroristen zu diskreditieren“.

Der sogenannte Islamische Staat (IS) ist ebenfalls eine sunnitisch-dschihadistische Gruppe, aber anders als die anderen. Zwar teilt er mit den übrigen das Ziel der Scharia als Rechtsgrundlage, eine islamische Gesellschaftsordnung. Im Gegensatz zu den anderen Islamisten, die zum Zweck des gemeinsamen Kampfes gegen das Assad-Regime teils stark miteinander kooperieren, bekämpft der IS aber vor allem andere Rebellen und nur nachrangig das Assad-Regime, sagt Analytikerin Rupp. „Der IS will die totale Unterwerfung.“

Der Islamische Staat will außerdem über den Bürgerkrieg in Syrien hinaus die westlichen „Kreuzzügler“ zum „Endkampf“ herausfordern und besiegen. In Anlehnung an islamische Texte, ähnlich den apokalyptischen Schilderungen in der Bibel, streben sie eine letzte Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse an. Und diese letzte Schlacht zwischen den Mächten des Lichts und der Finsternis soll im 3000 Einwohner zählenden Ort Dabiq in Nordsyrien anbrechen.

Wie schwierig wäre es, den IS militärisch zu zerschlagen?

Nicht besonders, aber niemand hat Interesse daran. Der IS kommt vielen Akteuren gelegen: Wenn auch nur zweitrangig, kämpft auch er immerhin gegen Assad – das ist im Sinne von Assads Feinden. Der IS kämpft auch gegen die Kurden – das wiederum sehen die Türken nicht ungern, denn sie wollen einen kurdischen Staat an ihrer Südgrenze verhindern, auch wegen der großen kurdischen Minderheit im eigenen Land und deren gefürchteter separatistischer Ambitionen.

Geht es eigentlich auch bei diesem Krieg um Öl?

Syrien selbst verfügt nicht über so große Ressourcenvorkommen wie etwa der Irak oder Libyen. Das Land hat aber eine interessante energiestrategische Position, vor allem wenn es um die Anbindung an das Gasfeld im Persischen Golf geht, das South-Pars-Gasfeld. Es ist das größte Gasfeld der Welt. Katar hatte Pläne, von dort eine Pipeline zu bauen, die durch Syrien bis an die Mittelmeerküste verläuft – das wäre durchaus in Europas Interesse gewesen, auch um sich aus der Energieabhängigkeit von Russland zu lösen. Der syrische Präsident Assad aber war dagegen. Weil Russlands Präsident Wladimir Putin sein Verbündeter ist und er ihn wohl nicht vor den Kopf stoßen wollte.

Russlands Interesse in Syrien ist also, sein Monopol an der Energiebelieferung Europas sicherzustellen?

Die Experten sehen diesen Punkt nicht als ursächlich für Russlands Engagement in Syrien. Der russische Präsident Wladimir Putin hat auch ohne die Energiefrage jede Menge Gründe, sich in diesen Krieg zu involvieren. Einer davon ist, dass es eine gute Gelegenheit ist, seine Position in der Welt zu markieren.

Ernsthaft – in einen Krieg ziehen aus Eitelkeit?

„Aber ja“, sagt Politologe Heinz Gärtner. Viele verweisen auf die Aussage des US-amerikanischen Präsidenten Barack Obama aus dem März 2014, dass Russland lediglich eine Regionalmacht sei, die Präsident Putin verstimmt haben dürfte.

Aber das allein ist natürlich nicht alles. Es gibt auch andere, handfeste Gründe für Russlands Engagement in Syrien: Einerseits ist es Russland durch das Assad-Regime seit dem Jahr 1970 möglich, einen Militärstützpunkt in der syrischen Küstenstadt Tartus zu unterhalten. Er ist mittlerweile Russlands einzige maritime Basis im Ausland– mit Ausnahme der umstrittenen Krim –, und diese will es halten wie auch die Luftwaffenbasis in Khmeimim. Andererseits ist Syrien für Russland auch ein Absatzmarkt für Waffen aus russischer Produktion – das war auch schon vor dem Krieg so, sagt Gerhard Mangott. „Russland hält nicht an der Person Assad fest, sondern an seinem Einfluss in Syrien.“

Was wollen die Amerikaner?

Klare Interessen der Amerikaner in Syrien lassen sich nicht benennen. „Syrien war für die USA lange Zeit zu unwichtig, um sich massiv zu engagieren, jedoch aufgrund der strategischen Lage Syriens zu wichtig, um den Konflikt gänzlich zu ignorieren“, sagt Jasmina Rupp. Ein wichtiges Motiv für die USA ist zwar die Unterstützung Israels, eines Verbündeten. Doch am Ende des Tages sind die negativen Erfahrungen der US-Invasion im Irak und der langjährigen Nachwirkungen ein Hindernis, um sich in Syrien stark zu involvieren, sagt Rupp. Deshalb wurde auf den Krieg in Syrien von den Amerikanern nur zögerlich reagiert, in Form von militärischer Unterstützung einzelner Rebellengruppen.

Bis heute versuchen die USA, nicht vollends in den Konflikt hineinzuschlittern: Bodentruppen wird zumindest der noch amtierende US-Präsident Barack Obama nicht mehr schicken. Obama selbst sprach noch im Jahr 2012 davon, dass der Gebrauch von Giftgas durch Assad eine „rote Linie“ markieren würde. Bei Einsatz dieser Waffen würde Amerika militärisch eingreifen. Tat es aber nicht, als es dann ein Jahr später tatsächlich so weit gekommen war.

Und dass Russland auf den US-Vorstoß zur Errichtung einer Flugverbotszone eingehen wird, gilt als mehr als unwahrscheinlich?

Inzwischen führen die USA eine Koalition aus zahlreichen Staaten – darunter europäische Länder, aber etwa auch Saudi-Arabien und die Türkei – im Kampf gegen den IS in Syrien an, die Luftschläge fliegt. Vorn dabei sind die USA weiters, wenn es um finanzielle Hilfe geht: Seit Beginn des Konflikts 2011 sind laut US-Außenministerium fast sechs Milliarden Dollar für Hilfslieferungen für die Bevölkerung bereitgestellt worden.

Die Russen werfen den Amerikanern ja vor, Dschihadisten zu unterstützen – stimmt das denn?

Wen die USA militärisch wirklich unterstützen, ist nicht immer ganz klar, sagt Gärtner. Außer den Kurden nur die gemäßigten, weniger dschihadistischen Gruppen oder etwa auch die radikale Nusra-Front? „Man weiß es nicht mit Sicherheit.“

Nach dem Scheitern eines ersten Ausbildungsprogramms für sogenannte gemäßigte syrische Rebellen – statt der geplanten 5000 Rebellen konnten nur ein paar Dutzend trainiert werden – plant die US-Armee ein neues Programm mit verändertem Konzept: Ausgebildet werden sollen diesmal nicht ganze Einheiten, sondern nur einzelne Kämpfer.

Dass die USA im Zweifelsfall auch bereit sind, in Syrien mit der Fatah-Front – einem Ableger der Nusra-Front, die wiederum mit der al-Qaida verbunden ist – zu kooperieren, wirft vor allem Moskau Washington vor. Es ist auch einer der Hauptgründe, warum die Gespräche zwischen Russland und den USA in Sachen Syrien so zäh verlaufen: Die Russen, denen es offiziell ebenfalls um die Bekämpfung der Terroristen geht, werfen den USA vor, einen „Pakt mit dem Teufel“ eingegangen zu sein. Es sei Washington nicht gelungen, die Oppositionsgruppen klar zu unterscheiden und eine Vermischung mit Terroristen zu unterbinden.

Was werfen die Amerikaner den Russen vor?

Dass sie das Assad-Regime um jeden Preis unterstützen – vor allem in der Großstadt Aleppo. Im Osten der Stadt liegt eine Enklave, die von Rebellen gehalten wird. Dort fallen die syrisch-russischen Luftschläge besonders heftig aus. Krankenhäuser und andere zivile Einrichtungen werden gnadenlos bombardiert. Dort können sich Amerikaner und Russen noch nicht einmal auf eine mehrtägige Waffenruhe einigen.

Wann wird der Krieg zu Ende sein?

Darauf gibt es keine Antwort.


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