Suffragettenschrei der Wiener Sozialdemokratinnen

Großartige Musik, maues Spiel: Die Revue "Alles Walzer, alles brennt" im Volkstheater erzählt die Geschichte des Roten Wien


Besprechung: Stefanie Panzenböck

Feuilleton | aus FALTER 42/16 vom 19.10.2016

Alles beginnt mit dem Donauwalzer und einem leuchtenden "Servus" über der Bühne. Bückelnde Höflinge laufen ihren Monarchen hinterher, aus einem Kleiderbündel schält sich sodann die eben geborene Erzherzogin Elisabeth (Katharina Klar), Tochter von Kronprinz Rudolf und seiner Frau Stephanie. Sie wird als Elisabeth Petznek und "rote Erzherzogin" in die Geschichte eingehen.

Der Conferencier (Christoph Rothenbuchner) eröffnet seine "Politrevue", und die Geschichte des Roten Wien, von den Anfängen der Arbeiterbewegung ab der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Verbot der Sozialdemokratischen Partei im Austrofaschismus 1934, nimmt ihren Lauf.

Regisseurin Christine Eder und die musikalische Leiterin Eva Jantschitsch alias Gustav haben sich mit der Revue "Alles Walzer, alles brennt" viel vorgenommen. Es geht um nichts Geringeres als darum, den "Aufstieg und Fall einer großen Utopie" nachzuzeichnen, wie Eder in einem Interview anmerkte. Die Zusammenarbeit der beiden Frauen war in der "Proletenpassion

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