Theater Kritik

Nackte Frau in Glasvitrine? Nicht, was Sie denken!

Lexikon | MP | aus FALTER 42/16 vom 19.10.2016

Ein Glaskasten von nicht mehr als 1,2 m Höhe, darin scheinbar eingesperrt die Tänzerin Leonie Wahl, nackt. Im Hintergrund ablaufendes Video-oder Textmaterial muss sie über sich ergehen lassen oder nimmt es erst gar nicht wahr. Sie kämpft, schreit, will raus, freundet sich dann mit ihrem Gefängnis geradezu an. Die formstrenge Tanzperformance "Void" von Wahl und Robert Fleischanderl abstrahiert und bebildert die fünf Phasen des Sterbens und singt von absoluter Ausweglosigkeit, die ihrerseits wieder zu einem neuen Verständnis von Freiheit führen kann. Leonie Wahl holt aus ihrem geringen Bewegungsradius bemerkenswerte Aktivität heraus, bannt den Zuschauer eine existenzialistische Stunde hindurch. Zweimal ertönt suggestiver Erzähltext, der wäre gar nicht nötig.

Das Off-Theater, White.Box, Fr, Sa 20.00


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