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Pressekolumne


Nina Horaczek
Medien | aus FALTER 42/16 vom 19.10.2016

Vergangenen Sonntag musste Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) überraschend operiert werden. Oberhauser hat Krebs. Am Montag schreibt Heute-Kolumnistin Christiane Tauzher: "Aber bei allem Mitgefühl und allem Verständnis - wann sieht die Ministerin die Zeit für gekommen, ihren Posten zumindest vorübergehend an jemanden anderen zu überantworten?" Oberhauser möge aufhören, "weiter die starke Frau zu spielen". Der Titel des Heute-Kommentars: "Wann tritt die kranke Gesundheitsministerin endlich zurück?" Selber schuld, dass sie weiter arbeitet, diese Oberhauser, findet Heute: "Niemand hätte der Ministerin ihr Kranksein vorgeworfen. Aber sie wollte dranbleiben."

Oberhauser ist nicht allein. Mehr als 300.000 Österreicher leben mit der Diagnose Krebs. Viele von ihnen wollen trotz Krankheit aktiv sein, arbeiten, einfach leben. Und sich nicht von einem U-Bahn-Blatt sagen lassen, wie sie krank zu sein haben. Die Tageszeitung Heute löschte den Kommentar wenige Stunden nach Erscheinen aus dem Internet. Entschuldigung gab es keine.


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