He's a Poet and We Know It

Warum freuen sich nicht alle darüber, dass der bedeutendste Sänger seit Orpheus den Literaturnobelpreis bekommen hat?


Besinnungsaufsatz: Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 42/16 vom 19.10.2016

Wann eigentlich hat es zuletzt eine Entscheidung für den Literaturnobelpreis gegeben, mit der alle einverstanden waren? 2003 vielleicht, als J.M. Coetzee gewann, oder im Jahr davor, als dies dem außerhalb Europas aber auch nicht rasend bekannten Imre Kertész beschieden war. Immerhin, die irren Hassgestörten, die sich heute in den Onlineforen rumtreiben, mussten damals noch ins TV-Gerät meckern oder ihre Frauen schlagen.

Die Vergabe des Literaturnobelpreises an Bob Dylan sorgte jedenfalls für kontroverse Reaktionen. Die dümmste kam von der deutschen Literaturkritikerbetriebsnudel Denis Scheck, der verlässlich mit dem nächstliegenden kessen Blödsinn bei der Hand ist, der ein bisschen mediale Aufmerksamkeit verspricht, und -was kommt als Nächstes? - den Büchner-Preis für Reinhard Mey in Aussicht stellte (dass auch Mey besser ist, als Scheck vermeint, sei nur nebenher erwähnt).

Der oft geäußerte und im Falle etwa von Harold Pinter oder Doris Lessing durchaus triftige Einwand,

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