Film Neu im Kino

"Bridget Jones", Teil 3: Chaos, Männer, Baby

Lexikon | Sabina Zeithammer | aus FALTER 42/16 vom 19.10.2016

Zwölf Jahre hat es bis zum Wiedersehen mit der liebenswerten Chaotin Bridget Jones gedauert, nun kommt Teil 3 ins Kino. Bridget ist mittlerweile 43 -und vieles hat sich geändert: Die Beziehung mit dem Anwalt Mark Darcy ist vorbei, Bridget ist Single. Dafür ist sie im TV-Geschäft erfolgreich und hält ihr Idealgewicht. Statt rauchend auf der Couch zu sitzen, tanzt sie lieber durch die Wohnung: Selbstmotivation ist die neue Schokolade. Schwierigkeiten lassen jedoch nicht lang auf sich warten.

Nach vielem Hin und Her unter Regisseuren, Drehbuchautoren und Cast übernahm Sharon Maguire die Regie für "Bridget Jones' Baby" nach einem Drehbuch von Helen Fielding, Dan Mazer und Emma Thompson, die auch im Film mitspielt. Nicht mehr dabei ist Hugh Grant als Daniel Cleaver, weshalb Jack Qwant erfunden wurde. Auf einem Musikfestival verbringt Bridget eine Nacht mit dem feschen Datingplattformbetreiber. Wenig später kommt sie auch Mark wieder näher. Als sie feststellt, dass sie schwanger ist, weiß sie nicht, wer der Vater ist.

So selbstbewusst die neue Bridget ist, so blass erscheinen die um sie werbenden Männer: Jack (Patrick Dempsey) ergeht sich in Gesten oberflächlicher Klischeeromantik, Colin Firth wirkt in der Rolle des stillen Mark seltsam müde. Die knapp abgehandelte Trennung von Bridget und Mark bildet eine Leerstelle, die es erschwert, emotional an ihre Gegenwart anzuknüpfen. Renée Zellweger aber glänzt als Bridget wieder mit Charme und Spielfreude und trägt die quirlige Geschichte voll Situationskomik, witziger Einfälle und Albernheiten über ihre Schwächen hinweg. Die Botschaft, den Missgeschicken des Alltags und dem eigenen Chaos mit stolz erhobenem Haupt und Humor zu begegnen, ist so erfrischend wie eh und je.

Ab Fr in den Kinos (OF im Hadyn)


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