Buch der Stunde

Einsamkeit hat viele Namen, einer davon ist Claude

Feuilleton | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 42/16 vom 19.10.2016

Rocko Schamoni hat es vorgemacht, Heinz Strunk nachgezogen, und nun ist Dirk Stermann dran. Mit seinem neuen Roman "Der Junge bekommt das Gute zuletzt" reiht sich der TV-Mann, Kabarettist und Autor in die Reihe popkulturell geschulter Unterhalter ein, denen lustig nicht mehr reicht.

Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass "Sachen mit Humor drin" (Strunk) von manchen Feuilletons immer noch nicht als satisfaktionsfähig gelten, jedenfalls hat Stermann einen traurigen Roman über einen einsamen 13-Jährigen verfasst. Der Verlag vermarktet ihn als "die allertraurigste Geschichte von allen", was nicht ganz stimmt. Denn jede Geschichte lebt auch von der Sprache und Art, in der sie erzählt wird -und in dieser kommt immer wieder Stermanns Hang zur absurden Komik durch. Sie rettet das Buch davor, zur trostlosen Lektüre zu werden.

Zu Beginn lebt Claude noch in einem "Patchworst"-Verbund in einer Wohnung am Hohen Markt. Der Vater ist Posaunist und nur am Wochenende da, weil er an der Bruckner-Uni


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