Wieder gelesen Bücher, entstaubt


BARBARA TÓTH
POLITIK | aus FALTER 43/16 vom 27.10.2016

Mit dem Staunen eines Kindes Der "Roman eines Schicksallosen" des heuer im März verstorbenen Literaturnobelpreisträgers Imre Kertész erzählt von den Schrecken des Holocaust, ohne von den Schrecken des Holocaust zu erzählen. Kertész, 1929 in Budapest geboren, erlebte als 14-Jähriger Auschwitz und Buchenwald. Im Roman ist es der 15-jährige György, der behütet bei seinem Vater und seiner Stiefmutter aufwächst, bis er zuerst zum Arbeitsdienst und dann ins KZ transportiert wird.

1975 wurde sein Roman, der konsequent aus der Perspektive eines staunenden Kindes geschrieben ist, in Ungarn veröffentlich. Weltberühmt wurde Kertész aber erst nach der Wende. 2002 erhielt er den Literaturnobelpreis.

Imre Kertész: Roman eines Schicksallosen. Rowohlt, 288 S., € 10,30


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