"Wir werden abhängig gemacht"

Ein Staat, der uns steuert. Roboter, die uns verdrängen. Algorithmen, die Banken ausrauben. Ein verstörendes Gespräch mit Big-Data-Forscher Dirk Helbing

MEDIEN | INTERVIEW: BENEDIKT NARODOSLAWSKY ILLUSTRATION: DANIEL JOKESCH | aus FALTER 43/16 vom 27.10.2016


illustration: Daniel Iokesch

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Freitag, 21. Oktober, sieben Uhr früh. Im US-Bundesstaat New Hampshire bemerken Mitarbeiter des Internetdienstleisters Dyn Eigenartiges. Datenflüsse schwellen in kürzester Zeit zu Datenströmen an, sie rauschen in einer gewaltigen Masse in die Server, an denen die wichtigsten Seiten der Welt hängen. Die Folgen der Datenüberschwemmung sind verheerend. Der Kurznachrichtendienst Twitter bricht zusammen, der Bezahldienst Paypal fällt aus, von der Musikstreamingplattform Spotify und der Videostreamingplattform Netflix hört und sieht man nichts mehr, die Seiten von CNN, der New York Times und Washington Post kollabieren.

Nichts geht mehr. Das Kollektiv „New World Hackers“ bekennt sich zum Angriff. Sie haben hunderttausende internetfähige Haushaltsgeräte wie Kameras, Drucker und Babyfone gekapert, mobil gemacht und ihnen befohlen, massenhaft Anfragen an den Internetdienstleister zu schicken. Der hielt dem Datenansturm schließlich nicht stand.


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