Gutsmenschen

In einem Kloster, in dem in den 60er-Jahren systematisch Kinder missbraucht wurden,wird heute eine kommunale Lebensgemeinschaft erprobt. Die bemerkenswerte Geschichte des Mostviertler Edelhofs

HOFBESUCH: VERENA RANDOLF FOTOS: HERIBERT CORN | LANDLEBEN | aus FALTER 43/16 vom 27.10.2016


Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Die Hippies?“, fragt Harald, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, und deutet den Vogel. Es ist Freitagabend, im Ort findet die Werkzeugmesse statt. Harald lässt sich von den Profis draußen seine stumpfen Sägeblätter schleifen, während er an der Theke im Rohrbacher Stüberl Bier trinkt und mit den Nachbarn redet.

Er hat nicht wirklich Lust, mit Fremden zu sprechen. Und wenn, dann schon gar nicht über das alte Kinderheim am Edelhof, dessentwegen die kleine Mostviertler Gemeinde Rohrbach an der Gölsen vor ein paar Jahren in allen Zeitungen stand.

Etwa 20 Gehminuten vom Rohrbacher Stüberl entfernt liegt es. 1927 gründete der Orden der „Schwestern vom armen Kinde Jesus“ am ehemaligen Bauernhof ein Kloster samt Kinderheim. Eingebettet in die sanfte Hügellandschaft des Voralpenlandes. Das große Haus als einziges auf weiter Flur. Den Eingangsbereich ziert ein großes Glasmosaik – Maria mit Kindern, fürsorglich lächelnd. Wenn die Sonne untergeht, werfen ihre Strahlen buntes Licht an die Wände im Stiegenhaus.

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