Theater Kritiken

Eine finstere Welt in schönem Licht

Lexikon | MP | aus FALTER 43/16 vom 27.10.2016

Egal, wie gut du es anfangs meinst, am Ende macht dich die Ökonomie zur gleichen üblen Ausbeuterin wie alle anderen. Im Film "It's a Free World" des Briten Ken Loach (2007) sind Einwanderer zur Abwechslung nicht Hassobjekt, sondern Einnahmequelle - für die Leiharbeitsvermittlerinnen Angie und Rose. Auch die von Alexander Simon uraufgeführte Bühnenfassung zeichnet die freie Welt trotz schönen Lichtdesigns düster: mit zu Putzsklaven degradierten Statisten, kaputten Kartons, Angstmonologen und einer Soundwolke in Moll (am Live-Looper: Simon Alois Huber), die die Schauspieler oft zwingt, sich lauter um Kopf und Kragen zu reden, als ihren Stimmen guttut. Einige gelungene Ideen lassen erahnen, dass der unfertig wirkende Abend ein tolles Sozial-Anti-Märchen von unruhiger Dichte sein könnte. Wird ja vielleicht noch.

Werk X, Sa 19.30


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