Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

JOSEF REDL | FALTER & MEINUNG | aus FALTER 43/16 vom 27.10.2016

Es ist Montag. Das bedeutet beim Falter Redaktionsschluss. Manchmal heißt das, alles noch einmal umzuwerfen, kurzfristig aufgepoppten Geschichten nachzugehen, Leuten hinterherzutelefonieren. Manchmal heißt das auch ganz einfach: Es ist Montag. Feuilleton-Kollegin Stefanie Panzenböck und Stadtleben-Redakteurin Birgit Witt stock kommunizieren über beinahe eine gesamte Zigarettenlänge nonverbal. Wahrscheinlich etwas über Erschöpfung. Oder über Routine. Ohne Routine ist man am Montag verloren.

Tiz Schaffer ist der Meister der routinierten Abläufe. Der Gruß auf der Straße ist dem Montag angemessen und verlangt dem Gegenüber nicht viel ab: "War das Wochenende erträglich?" Damit kann man leben. Gut sogar. An einem Montag.

Schaffer hat Kopfschmerzen. Das Wetter. Er kommt aus einem Fastfood-Laden und hält dabei einen großen Becher Takeaway-Kaffee mit Karamellgeschmack in der Hand. Er kauft diese Sorte Kaffee jeden Tag. An Montagen hilft das, er muss sich nicht den schmerzenden Kopf über Kaffee zerbrechen.

Den Becher wird er später auf dem Küchentisch der Corporate-Publishing-Abteilung abstellen und über den gesamten Tag hinweg immer wieder mit frischem Kaffee aufgießen. Zwischenzeitlich erwärmt er das Getränk in der Mikrowelle.

Irgendwann hat sich der letzte Hauch von Karamellgeschmack verflüchtigt. Dann wirft Schaffer den Becher weg und öffnet eine Dose Cola. Er weiß, bald hat er diesen Montag hinter sich gebracht.


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