Gelesen Bücher, kurz besprochen


GERLINDE PÖLSLER
POLITIK | aus FALTER 43/16 vom 27.10.2016

"Schlimmer als tot. Ganz vergessen" Bis zu 300.000 Menschen wurden Opfer der NS-"Euthanasie". Dennoch gibt es "keine andere NS-Opfergruppe", schreibt Bernhard Gitschtaler, "die mehr mit gesellschaftlichen Tabus und stillschweigend akzeptierten Sprechverboten belegt ist". Die Gründe sind außer Scham und Negativsetzung von "Behinderung", dass sich "nicht selten heraus(stellt), dass angehörige Vorfahren oder andere Verwandte bei der Ermordung oder zumindest der Einweisung der Patienten aktiv beteiligt waren". Gitschtaler, Politologe, Sozialarbeiter und Obmann des Vereins "Erinnern Gailtal", hat mehr als 20 Interviews geführt. Er zeichnet nach, wie sich Traumatisierungen von einer Generation auf die andere übertragen können und wie das verordnete Schweigen zusätzlich verletzt. Wer dagegen Verschüttetes ans Licht holen will, wird schnell als Unruhestifter verunglimpft und gemieden.

Besonders eindrucksvoll ist die Geschichte der beim Interview 72-jährigen Maria Gruber, die als Einjährige

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