Kabarett Kritiken

Krall: Gegenpapst trifft Amöbenmärchen

SP | Lexikon | aus FALTER 43/16 vom 27.10.2016

Christoph Krall hat Mikrobiologie studiert, unterrichtet an der Uni -und steht als Kabarettist auf der Bühne. In "Kann ich nichts bei finden oder Die Frau statt dem Hut" fragt er sich, was heute normal ist. Etwa dass in der rechtsextremen Aula KZ-Überlebende als "Landplage" bezeichnet werden und die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen einstellt. Schenkelklopfer sucht man beim ewig bekümmert dreinschauenden Tiroler vergeblich, dafür erzählt er "Amöbenmärchen", verachtet politische Korrektheit, ohne platt zu werden, und schlägt fürs Bundespräsidentenwahl-Dilemma das historische Gegenpapst-Modell vor: "Zwei Bilder in der Klasse werden wir uns auch noch derleisten." Krall wird bisweilen als "seltsam" bezeichnet, "genial" trifft es besser.

Theater am Alsergrund, Sa 19.30

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FALTER 12/19
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