Nicht alles, was in der Wirtschaft wächst, ist böse

Wirtschaftshistoriker Felix Butschek seziert die gefällige Kritik am Wirtschaftswachstum -mit einer gehörigen Portion an Empörung

REZENSION: SEBASTIAN KIEFER | POLITIK | aus FALTER 43/16 vom 27.10.2016

Produktivität, so nennen Ökonomen den Wert der pro Arbeitsstunde geschaffenen Waren und Dienstleistungen - den in Geld ausdrückbaren Wert, wie sich versteht.

Ältere Menschen erinnern sich noch an Raten des Wirtschaftswachstums, der Lohnsteigerung, der Staatsanleihen, Sparund Kreditzinsen von 6,8 und mehr Prozent. Heute würde derlei als Inflation bekämpft.

Damals, im Goldenen Zeitalter des Nachkriegseuropa -vor der Erdölkrise der 1970er-Jahre und der langsam ansteigenden Staatsverschuldung und Arbeitslosigkeit -, schien eine immense Produktivität steigenden Wohlstand und den Ausbau des Sozialstaates auf unabsehbare Zeit garantieren zu können.

Schon Adam Smith hat von steigender Produktivität neben höherer Unabhängigkeit des einzelnen Arbeiters eine Milderung der Ungleichheit erwartet und noch die heutige Politik ruft unverdrossen nach Wachstum als Kurativ für alles und jedes, Arbeitslosigkeit, Überschuldung, Euro-Krise, Sicherung der Renten und Sozialsysteme.

Die Wirklichkeit aber

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