Neue Platten

FEUILLETON | aus FALTER 43/16 vom 27.10.2016

Pop

Kate Tempest: Let Them Eat Chaos

Die Autorin und Rapperin Kate Tempest gilt als eine Stimme ihrer Generation. Die 30-jährige Engländerin schreibt über junge Leute, früh zerplatzte Träume und Isolation in der Großstadt. "Let Them Eat Chaos" ist gleichzeitig als Gedichtband und als Album erschienen. Wo vertonte Lyrik sonst prätentiöses Fadgas versprüht, vermag Tempest mit ihrem furiosen Vortrag mitzureißen. Die Beats sind für sich genommen Meterware, erfüllen aber ihren Zweck. Poesie zum Tanzen - wann hat man das schon?(Caroline) SF

Pop

Wanda: Amore meine Stadt

Es hatte etwas Größenwahnsinniges, als Wanda nach nur zwei Alben die Wiener Stadthalle buchten. Aber es ging sich aus: Am 22. April feierte die Band dort auf dem vorläufigen Höhepunkt ihrer Karriere eine ausgelassene Party mit 12.000 Gästen. Der Mitschnitt konserviert diesen Triumph als Live-CD mit DVD-Dreingabe. So fad Konzertfilme oft sind, hier ergibt er Sinn: In ruhigen Bildern fängt er die Entwicklung dieses Abends vom verhaltenen Beginn bis zum finalen kollektiven Rausch perfekt ein. (Vertigo) GS

Jazz

Guidi, Petrella, Sclavis & Cleaver: Ida Lupino

Als Carla Bley ihren oft gecoverten, betörend simplen Song "Ida Lupino" schrieb, war sie 27. Der Pianist Giovanni Guidi ist vier Jahre älter, aber auch nicht auf ostentative Virtuosität aus. Das basslose Quartett mit Gianluca Petrella an der Posaune, Altspatz Louis Sclavis an den Klarinetten und dem vorzüglichen Schlagzeugsubtilisten Gerald Cleaver changiert zwischen flüchtiger freier Improvisation und stärker melodiezentrierten Stücken von mitunter erhebendem elegischem Pathos. "Evviva la Santa Messa del jazz!"(ECM) KN


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